Maschinen und Menschen machen Matten

Schwäbische Zeitung öffnet Türen

Pressebericht

LAUPHEIM (aep) -
SZ-Aktion führt in die Werkshallen der Laupheimer Kokosweberei Lako

LAUPHEIM - Die Szene hat etwas Ge­spenstisches: Container und Kartons rollen durch Türen und Tore um Ecken und bleiben am richtigen Ort stehen, ohne dass ein Mensch die Richtung vorgibt. Mit diesem Kunst­stück der Automatisierung erfreute sich das neue Lager des Laupheimer Matten-Produzenten Lako großen Interesses bei der letzten Führung im Rahmen der Aktionsreihe „SZ öffnet Türen“. Mehr als 30 Teilnehmer wollten am Mittwoch wis­sen: Wie geht das mit der Mattenher­stellung? Die Geschäftsführung per­sönlich führte durch die Produktions-und Lagerhallen.
„Es ist erstaunlich, was man aus einer Palme alles machen kann.“ Mit dieser Feststellung begrüßte der Ge­schäftsführer und Gesellschafter Knut Braunrniller die Besucher zu­sammen mit Sabine Braunmiller am Standort in der Erwin-Rentschler­-Straße. Damit erinnerte Braunmiller auch an die handwerkliche Tradition des über 80 Jahre alten Familienbe­triebs, den Großvater Anton Fritz im Jahr 1936 noch in der Kapellenstraße als Kokosweberei gegründet hatte. Obwohl sich mit der Erfindung der Kunstfaser vieles auch bei der Mat­tenherstellung verändert hat, wer­den Kokosfasern auch heute noch gebraucht, erklärte Knut Braunmiller: ,,Das ist Natur pur, und aus einer Pal­me kann man alles machen.“ Der Be­trieb geriet in den vergangenen Jah­ren durch zwei Ereignisse in die Schlagzeilen: 2002 brannte das Werk in der Erwin-Rentschler-Straße weitgehen ab und im vergangenen Jahr verkündete der symbolische erste Spatenstich für ein neues Hochregallager, dass Lako sich da­von nicht nur erholt hat, sondern ste­tig ausbaut. Heute verschickt der Be­trieb Matten in 80 Länder.
Das neue Hochregallager, das Laupheim wie ein schwarzer Mono­lith überragt, werde intern Black Box genannt, verriet Sabine Braunmiller, ebenfalls Geschäftsführerin und Ge­sellschafterin bei Lako, jener Hälfte an Besuchern, die mit ihr durch den Betrieb wanderte. Erste Station: der automatische Ein-und Ausgangsbe­trieb des neuen Lagers. Black Box werde es nicht nur wegen der Farbe genannt, erklärte die Chefin dem staunenden Publikum die neue Technik, sondern auch, weil man zwar wisse, was rein und rausgeht, aber nicht, wo der steuernde Com­puter die Ware im Lager ablegt.
Dass es zum Maschineneinsatz auch noch Handarbeit gibt, zeigte dann aber der Rundgang durch das Haus, bei dem die Chefin alle Station ausführlich beleuchtete. Den Besu­chern war anzusehen: Künftig be­trachten sie die Fußmatte in ihrem Auto mit anderen Augen.

 

Foto: Axel Pries

Herr Braunmiller erklärt anschaulich woraus Kokosmatten bestehen und dass wirklich alle Teile der Palme für weitere Zwecke verwendet werden.

Die Besucher bestaunen jede Maschine zur Herstellung von Automatten.